Kampf gegen das Vergessen – Deutsches Demenzzentrum in Bonn eingeweiht

In Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am 15. März 2017 das Deutsche Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Bonner Venusberg eingeweiht.  Rund 1000 Mitarbeitende widmen sich in Bonn und  an weiteren 8 Standorten moderner Grundlagenforschung, klinischer Forschung, Gesundheitsanalysen und der Pflegeforschung. Man hofft entscheidende Schritte vor allem in der Suche nach wirksamen Medikamenten voranzukommen. „Eines unserer Hauptprobleme besteht darin, dass wir die Krankheit erst bemerken, wenn es zu spät ist.“, sagte der Leiter des DZNE Pierluigi Nicotera. In den kommenden 30 Jahren sollen bis zu 30 000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rheinland regelmäßig untersucht werden.

Unser Fachbeiratsmitglied, Privatdozent Dr. Dan Ehninger, Research Group Leader, Molecular and Cellular Cognition Lab, berichtet, dass der Besuch der Bundeskanzlerin und auch der NRW-Wissenschaftsministerin ein großer Erfolg war  und sehr viel Resonanz erzeugt hat.

Eine Fülle von Informationen zum Ereignis können Sie unter folgendem Link einsehen: https://www.dzne.de/ueber-uns/presse/meldungen/2017/pressemitteilung-nr-4.html.

 

Philosophieren über das Alter – Beitrag im WDR

Unsere Ausstellung „Gesichter der Demenz“ im DomForum Köln wirkt weiter. Am vergangenen Samstag, 19.11.2016, wurde ein Interview mit Henning Scherf im WDR gesendet. Hier ist der Link. Der Beitrag ist voraussichtlich noch bis zum 25.11.2016 zu sehen.

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-aktuelle-stunde-1360.html

Bitte auf den Link gehen und den Beitrag „Gedanken – übers Alter | Video“ öffnen.

Ein Zuschauer schreibt:  „Was für ein wunderbares Gespräch. Eine kostbare, liebevolle, ehrliche Reflexion. Auch sehr schön gefilmt.“

 

 

 

Gesichter voll Leid – und Würde

wer die Bilder des niederländischen Malers Hermann van Hoogdalem betrachtet, wird angerührt durch die Gesichter der Demenzerkrankten, von ihrem Leiden, von der Leere, der Loslösung vom Irdischen, aber auch von der Freude, der Zuversicht und der Hoffnung.

Gestern ging eine einzigartige Ausstellung im Domforum Köln zu Ende, in der viele Hunderte von Besucherinnen und Besuchern die Bilder betrachten konnten. Dr. Karl Heinz Bierlein, Vorstand der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte, zog ein positives Resümee: „Die Bilder haben viele Menschen erreicht. Kinder, die mit ihren Großeltern auf eine Domführung warteten, Touristen aus Reisegruppen, Passanten, die vor dem Regen im Domforum Schutz suchten, aber auch Angehörige von Betroffenen, Mitarbeitende in der Pflege ebenso wie Kunststudenten. Wir konnten mit Unterstützung des DomForum und diakonischer Träger Ratsuchende beraten und seelsorgerlich begleiten.img_0007

Die Medien haben umfassend berichtet, lesen Sie dazu den Artikel „Gesichter voll Leid – und Würde“ von Uta Kristina Maul von der Kölner Rundschau vom 21.10.2016: http://www.rundschau-online.de/region/koeln/demenz-gesichter-voll-leid—und-wuerde-24949898

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Der Schirmherr der Stiftung, Dr. Henning Scherf hielt einen packenden Vortrag zu dem Thema „Lebensqualität trotz Demenz“.

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Gesichter der Demenz – eine berührende Ausstellung des Malers Herman van Hoogdalem im DomForum Köln vom 14. bis 24.10.2016

Unserer Stiftung ist es gelungen, den bekannten niederländischen Künstler Herman van Hoogdalem für eine Ausstellung seiner berührenden Bilder von demenzerkrankten Menschen zu gewinnen. Dazu werden Interviews mit den Dargestellten und den Angehörigen in kurzen Filmen gezeigt. Gesichter-der-Demenz-Köln – 1

Höhepunkt der Ausstellung ist ein  Abend mit dem Künstler und dem Schirmherrn unserer Stiftung, Dr. Hennig Scherf, am

Mittwoch, 19.10.2016 um 18 Uhr im DomForum Köln

Dr. Scherf spricht zu dem Thema „Lebensqualität trotz Demenz“. Wir laden Sie ganz herzlich zu diesem besonderen Abend im Herzen Kölns ein.

Hier das Programm: Gesichter-der Demenz-Köln – 2

Die Ausstellung ist vom 14. bis 24. Oktober werktags von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr, samstags von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr und sonntags von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Hier können Sie in einem kurzem Film des Künstlers Gijs Wanders einen ersten Eindruck von dem Projekt gewinnen.

Ich und meine Wohngemeinschaft – ein berührender WDR – Film

Ich und meine Wohngemeinschaft  – Heute, 21.3.2016 22.10 Uhr im WDR

Foto - Zeit zum Unterhalten in der Alzheimer-WG -WDR 2016

Ich bin Donya und 31 Jahre alt. Vor fünf Jahren bin ich aus meiner Studenten-WG ausgezogen. Wenn ich alt bin, möchte ich wieder in eine WG ziehen – mit meinen Freundinnen. Wir haben schon konkrete Vorstellungen: Wir wohnen auf zwei Etagen und haben einen Treppenlift. Einer unserer Pfleger ist durchtrainiert und hat volles Haar. Im Sommer kümmert er sich auch um den Garten und wir schauen ihm vom Sofa aus zu. Wir möchten auch eine junge Pflegerin, die uns jeden Abend erzählt, was in der Welt der jungen Hippen abgeht. Wenn meine Freundinnen und ich uns treffen, verbringen wir Stunden damit uns unsere Oma-WG auszumalen. Uns ist klar, so wird es nicht laufen, wenn wir alt sind. Trotzdem macht es Spaß.

Aber wie wird das Leben sein, wenn wir alt und auf Hilfe angewiesen sind? Wenn wir vielleicht sogar an Demenz erkrankt sind? Aktuell sind rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt, die Tendenz ist steigend. Über die Erkrankung wird viel geredet. Das meiste klingt trostlos. Wie lebenswert ist das Leben mit Demenz? Muss ich Angst vor dem Alter und der Krankheit haben?

Um das herauszufinden, ziehe ich für eine gewisse Zeit in eine neue WG. Ich teile mir ein Zimmer mit Hermine Kirschner. Sie ist 88 Jahre alt und dement, aber in einem frühen Stadium, das heißt, ihr Kurzzeitgedächtnis funktioniert meistens noch. Bei meinen anderen Mitbewohnern ist das nicht unbedingt der Fall. Denn: Ich ziehe in eine Alzheimer-WG in Mülheim an der Ruhr. Mit Frau Kirschner und ihren sechs anderen Mitbewohnern werde ich zusammenleben, Küche, Bad und das Wohnzimmer teilen – rund um die Uhr. Ein Vorgeschmack auf die Zukunft?

Leben mit der Krankheit

Wie Angehörige mit ihrem demenzerkrankten Nächsten umgehen und sich dadurch den Alltag erleichtern können, können Sie einem Artikel der Wochenzeitung DIE ZEIT nachlesen: Leben mit der Krankheit (DIE ZEIT vom 14.1.2016).

Bemerkenswert ist außerdem, dass auf Grund einer Studie des Deutschen Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen in Rostock und Greifswald eine frühe Diagnose für Patienten und ihre Familien Entlastung bringen kann.

Anke Feierabend mit Schülerin Anna (91)

Ein frohes Weihnachtsfest und ein behütetes Neues Jahr 2016!

Weihnachten ist für viele Demenzerkrankte ein besonderes Erlebnis. Wenn die alten Lieder erklingen, werden Gefühle an längst vergessene Zeiten wach: Der Zauber der Christmette, der Weihnachtsbaum, die Bescherung, das Weihnachtsevangelium von der Geburt Christi  und vor allem die Lieder erfüllen scheinbar erloschenes Leben mit neuer Lebendigkeit.

Unsere Stiftung fördert im nächsten Jahr Musikunterricht für Demenzerkrankte. Das Tonfolgen-Projekt von Anke Feierabend ermöglicht Kranken, bis ins schwere Demenzstadium hinein selbst aktiv zu musizieren. Ein Mut machendes Projekt nicht nur zur Weihnachtszeit!

Lesen Sie mehr über den Musikunterricht für Demenzerkrankte in Annas erste Klavierstunde!

Honig im Kopf – erfolgreichster Film des Jahres 2015

Günter Jauch präsentierte gestern in Menschen 2015  Til Schweigers Film „Honig im Kopf“ als den besucherstärksten und erfolgsreichsten deutschen Film des Jahres 2015. Der Schauspieler und Regisseur Schweiger erklärte sich den Erfolg damit, dass es gelungen sei, das ernste, alle bewegende Thema Demenz unterhaltend und humorvoll in einer Geschichte zu erzählen.

Unsere Meinung:

Wir lernen etwas in dem Film über den sensiblen Umgang einer Familie mit ihrem demenzerkrankten Vater und Großvater, wenngleich die Wirklichkeit für viele anders aussieht. Welches Mädchen kann sich so total für  ihren Opa einsetzen? Die dunkle Seite wie Gewalterfahrung, Einsamkeit und Verzweiflung von Betroffenen und Angehörigen wird zu Gunsten einer klamaukartigen Geschichte bagatellisiert und versüßt. Trotzdem: Den Film muss man gesehen haben, aber man sollte das Kino nicht mit dem Gefühl verlassen, dass sich alles in einem Happy End auflöst.

Unsere Stiftung erhält laufend Anfragen von Initiativen, die Ideen zum besseren Umgang mit Demenzerkrankten umsetzen wollen. Auch dieses Jahr haben wir an viele Gruppen Fördermittel ausgereicht, um Ideen zu Initiativen und praktischen Hilfen werden zu lassen.

Demenz braucht Leidenschaft. Machen Sie mit!

Jeder zweite Deutsche hat Angst vor Demenz

Die Demenzforscherin Isabella Heuser von der Berliner Charite erläuterte in einem Artikel des Generalanzeigers vom 27.11.2015 das Ergebnis einer deutschlandweiten Umfrage, dass jeder zweite Deutsche Angst vor Demenz hat. Nur der Furcht vor Krebs sei größer. Hier Auszüge aus einem Interview.

Warum ist ausgerechnet die Angst vor Demenz so groß?

Heuser: „Der Mensch will immer in Kontrolle sein und die Gründe für etwas verstehen. Bei einer Demenz hat man aber immer weniger die Kontrolle. Ich verliere mein Ich – das ist die Sorge. Man hat das Gefühl, die  eigene Persönlichkeit verändert sich. Man wird innerlich leer. Man kann nichts mehr regeln. Das ist etwas anderes als bei Krebs.

Kann man eine Erkrankung verhindern?

Heuser: „Ein gesunder Lebensstil – nicht rauchen, wenig Alkohol, regelmäßige Bewegung – hilft. Es wird sich aber letztlich dadurch nicht verhindern lassen.“

Welche Rolle spielen die Medien beim Thema Demenz?

Heuser: „Die Angst ist auch deshalb so ausgeprägt, weil wir Demenz mittlerweile durch die Medien und die allgemeine Aufklärung kennen. Prominente Erkrankte gehen an die Öffentlichkeit. Man sieht, dass man mit Demenz immer weniger in Kontrolle ist. Prinzipiell gilt aber: Information ist immer angstreduzierend. Ich finde es daher auch gut, wenn etwa Filme die Erkrankung zum Thema haben.“