Jeder zweite Deutsche hat Angst vor Demenz

Die Demenzforscherin Isabella Heuser von der Berliner Charite erläuterte in einem Artikel des Generalanzeigers vom 27.11.2015 das Ergebnis einer deutschlandweiten Umfrage, dass jeder zweite Deutsche Angst vor Demenz hat. Nur der Furcht vor Krebs sei größer. Hier Auszüge aus einem Interview.

Warum ist ausgerechnet die Angst vor Demenz so groß?

Heuser: “Der Mensch will immer in Kontrolle sein und die Gründe für etwas verstehen. Bei einer Demenz hat man aber immer weniger die Kontrolle. Ich verliere mein Ich – das ist die Sorge. Man hat das Gefühl, die  eigene Persönlichkeit verändert sich. Man wird innerlich leer. Man kann nichts mehr regeln. Das ist etwas anderes als bei Krebs.

Kann man eine Erkrankung verhindern?

Heuser: “Ein gesunder Lebensstil – nicht rauchen, wenig Alkohol, regelmäßige Bewegung – hilft. Es wird sich aber letztlich dadurch nicht verhindern lassen.”

Welche Rolle spielen die Medien beim Thema Demenz?

Heuser: “Die Angst ist auch deshalb so ausgeprägt, weil wir Demenz mittlerweile durch die Medien und die allgemeine Aufklärung kennen. Prominente Erkrankte gehen an die Öffentlichkeit. Man sieht, dass man mit Demenz immer weniger in Kontrolle ist. Prinzipiell gilt aber: Information ist immer angstreduzierend. Ich finde es daher auch gut, wenn etwa Filme die Erkrankung zum Thema haben.”