Wie kann man eine beginnende Demenzerkrankung erkennen und aufhalten?

Vortrag von Dr. Karl Heinz Bierlein  in Bad Godesberg

Wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, empfinden Angehörigen und Freunde des Betroffenen dies wie einen unerbittlicher Schicksalsschlag. Doch was kann man wissen und tun, um eine drohende Erkrankung zu erkennen und ihr entgegen zu treten?

Der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte zeigt  die Anzeichen einer beginnenden Erkrankung, die Differenzierung der Krankheitsbilder, die Risikofaktoren und präventive Verhaltensweisen verbunden mit praktischen Ratschlägen.

Demenz-Prävention Vortrag Bonn 2013 sw

Falsche Demenzdiagnosen

Langeweile kann krank machen. Ursula Lehr, emeritierte Professorin und ehemalige Direktorin des Instituts für Gerontologie in Heidelberg, warnte vor kurzem in einem Vortrag vor dem “Bore-out-Syndrom”, einer gefährlichen Unterforderung im Alter:

Wenn durch das Ende des Berufslebens oder durch das Wegsterben eines Partners die Grundstrukturen des Lebens ins Wanken geraten, droht ein Gefühl der Leere zu entstehen. “Aktivitäten, Ehrenamt, das Erlernen einer neuen Sprache, Senior-Experts mit Einsätzen im In- und Ausland und vieles mehr – das empfiehlt Frau Professorin Lehr, um dieser Leere zu entkommen.

Das “Bore-out-Syndrom” werde von Ärzten manchmal falsch beurteilt: “Sie nehmen mitunter an, dass die Symptome auf eine Demenz hindeuten.” Dabei sei etwas ein Fünftel aller Demenz-Fälle eigentlich auf Depressionen zurückzuführen. Und die haben ihren Ursprung nicht selten in einem Bore-out.

Mehr:  Generalanzeiger Bonn vom 20.8.2015

Demenzerkrankte in der Kommune: Störfaktor oder Partner?

Sind Demenzerkrankte im öffentlichen Raum ein Störfaktor? Sie werden nicht selten so empfunden, wenn wir nicht vorbereitet sind auf unerwartete Begegnung: Polizei, Feuerwehr, Bankangestellte, Postboten – allen, die in der Öffentlichkeit Hilfen für den rechten Umgang brauchen – soll geholfen werden.

Deshalb unterstützen wir eine Initiative der Deutschen Alzheimergesellschaft in Bayern, die vor kurzem ein interessantes Projekt gestartet haben.

Lesen Sie selbst:

Leben mit Demenz in der Kommune 2015

Machen Klinik-Clowns wirklich gesund?

Unsere Stiftung fördert zahlreiche Initiativen für Klinikclowns, die demenzerkrankte Menschen regelmäßig besuchen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald und der Humboldt-Universität Berlin wollen jetzt der Frage nachgehen, ob und wie die Clowns Wohlbefinden und Heilungserfolg von Kindern beeinflussen.

Lesen Sie dazu mehr unter: Machen Klinik-Clowns wirklich gesund? (Beitrag NDR vom 16.7.2015)

Wir sind gespannt, ob sich die Ergebnisse auf den Einsatz von Klinikclowns bei Menschen mit Demenz übertragen lassen …

Humor heilt Wunden

Der Eingangsbereich einer Pflegeeinrichtung gleicht häufig einer Art Dauer-Wartesaal. die älteren Menschen sitzen und beobachten die Kommenden und Gehenden.

Heute kommen zwei Clowns vom Verein der Kölner Klinikclowns durch die Türe im Katharina-von-Bora-Haus in Köln und – statt wie andere vorbeizueilen – setzen sie sich zu einer kleinen Gruppe von Bewohnerinnen, die in Rollstühlen und auf einer Chippendale-Couch Platz genommen haben. Gitarre und Kastagnetten werden hervorgeholt und nach kurzer Einstimmung ertönen rhythmische Klänge im Flur: “Kastagnetten und Kastanien, die gehören doch nach Spanien, doch wenn wir uns heimlich küssen, sollst du es noch einmal wissen: Kastagnetten und Kastanien, die gehören doch nach Spanien …” Humor heilt Wunden weiterlesen

Demenz und Prävention

Derzeit leiden in Deutschland 1.500.000 Menschen an einer dementiellen Erkankung – und jährlich kommen 100.000 Neu-Erkrankungen hinzu. Der Prozess der Erkrankung ist schleichend und kann schon 20 Jahre vor der Wahrnehmung von Symptomen beginnen.

Bisher hat sich die Forschung vor allem mit der Ursachenfindung und Therapiekonzepten beschäftigt. Zunehmend wird aber die Erforschung der Prävention im Hinblick auf die Selbstaktualisierung der Qualitäten der Persönlichkeit bedeutsam.

Sie finden in dem folgenden Beitrag eine Präsentation des Vortrags des Stiftungsvorstand Dr. Karl Heinz Bierlein bei der Gesundheitsmesse “Bonn gesund” am 15.9.2013 in der Stadthalle Bad Godesberg.

130915 Demenzprävention Bad Godesberg

Demenz und Demographie

Jedes zweite kleine Mädchen, das wir heute auf der Straße sehen hat eine Lebenserwartung von 100 Jahren, jeder zweite Junge von 95 Jahren. Noch nie in der Geschichte sind Menschen in usnerem Land so gesund und gut versorgt alt geworden. Aber wird das so bleiben? Der Vorstand der Stiftung, Dr. Karl Heinz Bierlein, hat bei einem Vortrag anläßlich des deutsch-polnischen Kongresses in Warschau strategische Grundlagen für eine gesellschaftliche Entwicklung einer modernen Altenhilfe angesichts des demographischen Wandels aufgezeigt. Hier finden Sie den Vortrag in voller Länge.

121004 Demografischer Wandel Warschau 2012