Neue Ergebnisse für Demenzforschung

die Telekom startete 2016 ein online-Spiel, das wichtige Erkenntnisse für die Grundlagenforschung der Demenz verheißt. Mehr als 2,5 Millionen Menschen haben in 193 Ländern an dem Spiel Sea Hero Quest (www.seaheroquest.com)teilgenommen und wertvolle Daten erzeugt, die jetzt in einer Datenbank Wissenschaftlern zur Verfügung stehen, um Normdaten zur räumlichen Orientierung abzuleiten.

Forscher Homberger sagt: “Es ist von enormer Bedeutung, dass wir mehr über die Navigationsfähigkeit des Gehirns herausfinden und so verstehen, welche Fähigkeiten sich bei beginnender Demenz verschlechtern.”

Denn schon im Alter von 19 Jahren nimmt die Orientierungsfähigkeit des Menschen ab, je früher man gegensteuert, desto besser …

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Neue Ergebnisse für Demenzforschung 2017

Kampf gegen das Vergessen – Deutsches Demenzzentrum in Bonn eingeweiht

In Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am 15. März 2017 das Deutsche Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Bonner Venusberg eingeweiht.  Rund 1000 Mitarbeitende widmen sich in Bonn und  an weiteren 8 Standorten moderner Grundlagenforschung, klinischer Forschung, Gesundheitsanalysen und der Pflegeforschung. Man hofft entscheidende Schritte vor allem in der Suche nach wirksamen Medikamenten voranzukommen. “Eines unserer Hauptprobleme besteht darin, dass wir die Krankheit erst bemerken, wenn es zu spät ist.”, sagte der Leiter des DZNE Pierluigi Nicotera. In den kommenden 30 Jahren sollen bis zu 30 000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rheinland regelmäßig untersucht werden.

Unser Fachbeiratsmitglied, Privatdozent Dr. Dan Ehninger, Research Group Leader, Molecular and Cellular Cognition Lab, berichtet, dass der Besuch der Bundeskanzlerin und auch der NRW-Wissenschaftsministerin ein großer Erfolg war  und sehr viel Resonanz erzeugt hat.

Eine Fülle von Informationen zum Ereignis können Sie unter folgendem Link einsehen: https://www.dzne.de/ueber-uns/presse/meldungen/2017/pressemitteilung-nr-4.html.

 

Gesichter voll Leid – und Würde

wer die Bilder des niederländischen Malers Hermann van Hoogdalem betrachtet, wird angerührt durch die Gesichter der Demenzerkrankten, von ihrem Leiden, von der Leere, der Loslösung vom Irdischen, aber auch von der Freude, der Zuversicht und der Hoffnung.

Gestern ging eine einzigartige Ausstellung im Domforum Köln zu Ende, in der viele Hunderte von Besucherinnen und Besuchern die Bilder betrachten konnten. Dr. Karl Heinz Bierlein, Vorstand der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte, zog ein positives Resümee: “Die Bilder haben viele Menschen erreicht. Kinder, die mit ihren Großeltern auf eine Domführung warteten, Touristen aus Reisegruppen, Passanten, die vor dem Regen im Domforum Schutz suchten, aber auch Angehörige von Betroffenen, Mitarbeitende in der Pflege ebenso wie Kunststudenten. Wir konnten mit Unterstützung des DomForum und diakonischer Träger Ratsuchende beraten und seelsorgerlich begleiten.img_0007

Die Medien haben umfassend berichtet, lesen Sie dazu den Artikel “Gesichter voll Leid – und Würde” von Uta Kristina Maul von der Kölner Rundschau vom 21.10.2016: http://www.rundschau-online.de/region/koeln/demenz-gesichter-voll-leid—und-wuerde-24949898

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Der Schirmherr der Stiftung, Dr. Henning Scherf hielt einen packenden Vortrag zu dem Thema “Lebensqualität trotz Demenz”.

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Wie kann man eine beginnende Demenzerkrankung erkennen und aufhalten?

Vortrag von Dr. Karl Heinz Bierlein  in Bad Godesberg

Wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, empfinden Angehörigen und Freunde des Betroffenen dies wie einen unerbittlicher Schicksalsschlag. Doch was kann man wissen und tun, um eine drohende Erkrankung zu erkennen und ihr entgegen zu treten?

Der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte zeigt  die Anzeichen einer beginnenden Erkrankung, die Differenzierung der Krankheitsbilder, die Risikofaktoren und präventive Verhaltensweisen verbunden mit praktischen Ratschlägen.

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Gesichter der Demenz – eine berührende Ausstellung des Malers Herman van Hoogdalem im DomForum Köln vom 14. bis 24.10.2016

Unserer Stiftung ist es gelungen, den bekannten niederländischen Künstler Herman van Hoogdalem für eine Ausstellung seiner berührenden Bilder von demenzerkrankten Menschen zu gewinnen. Dazu werden Interviews mit den Dargestellten und den Angehörigen in kurzen Filmen gezeigt. Gesichter-der-Demenz-Köln – 1

Höhepunkt der Ausstellung ist ein  Abend mit dem Künstler und dem Schirmherrn unserer Stiftung, Dr. Hennig Scherf, am

Mittwoch, 19.10.2016 um 18 Uhr im DomForum Köln

Dr. Scherf spricht zu dem Thema “Lebensqualität trotz Demenz”. Wir laden Sie ganz herzlich zu diesem besonderen Abend im Herzen Kölns ein.

Hier das Programm: Gesichter-der Demenz-Köln – 2

Die Ausstellung ist vom 14. bis 24. Oktober werktags von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr, samstags von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr und sonntags von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Hier können Sie in einem kurzem Film des Künstlers Gijs Wanders einen ersten Eindruck von dem Projekt gewinnen.

Ich und meine Wohngemeinschaft – ein berührender WDR – Film

Ich und meine Wohngemeinschaft  – Heute, 21.3.2016 22.10 Uhr im WDR

Foto - Zeit zum Unterhalten in der Alzheimer-WG -WDR 2016

Ich bin Donya und 31 Jahre alt. Vor fünf Jahren bin ich aus meiner Studenten-WG ausgezogen. Wenn ich alt bin, möchte ich wieder in eine WG ziehen – mit meinen Freundinnen. Wir haben schon konkrete Vorstellungen: Wir wohnen auf zwei Etagen und haben einen Treppenlift. Einer unserer Pfleger ist durchtrainiert und hat volles Haar. Im Sommer kümmert er sich auch um den Garten und wir schauen ihm vom Sofa aus zu. Wir möchten auch eine junge Pflegerin, die uns jeden Abend erzählt, was in der Welt der jungen Hippen abgeht. Wenn meine Freundinnen und ich uns treffen, verbringen wir Stunden damit uns unsere Oma-WG auszumalen. Uns ist klar, so wird es nicht laufen, wenn wir alt sind. Trotzdem macht es Spaß.

Aber wie wird das Leben sein, wenn wir alt und auf Hilfe angewiesen sind? Wenn wir vielleicht sogar an Demenz erkrankt sind? Aktuell sind rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt, die Tendenz ist steigend. Über die Erkrankung wird viel geredet. Das meiste klingt trostlos. Wie lebenswert ist das Leben mit Demenz? Muss ich Angst vor dem Alter und der Krankheit haben?

Um das herauszufinden, ziehe ich für eine gewisse Zeit in eine neue WG. Ich teile mir ein Zimmer mit Hermine Kirschner. Sie ist 88 Jahre alt und dement, aber in einem frühen Stadium, das heißt, ihr Kurzzeitgedächtnis funktioniert meistens noch. Bei meinen anderen Mitbewohnern ist das nicht unbedingt der Fall. Denn: Ich ziehe in eine Alzheimer-WG in Mülheim an der Ruhr. Mit Frau Kirschner und ihren sechs anderen Mitbewohnern werde ich zusammenleben, Küche, Bad und das Wohnzimmer teilen – rund um die Uhr. Ein Vorgeschmack auf die Zukunft?

Falsche Demenzdiagnosen

Langeweile kann krank machen. Ursula Lehr, emeritierte Professorin und ehemalige Direktorin des Instituts für Gerontologie in Heidelberg, warnte vor kurzem in einem Vortrag vor dem “Bore-out-Syndrom”, einer gefährlichen Unterforderung im Alter:

Wenn durch das Ende des Berufslebens oder durch das Wegsterben eines Partners die Grundstrukturen des Lebens ins Wanken geraten, droht ein Gefühl der Leere zu entstehen. “Aktivitäten, Ehrenamt, das Erlernen einer neuen Sprache, Senior-Experts mit Einsätzen im In- und Ausland und vieles mehr – das empfiehlt Frau Professorin Lehr, um dieser Leere zu entkommen.

Das “Bore-out-Syndrom” werde von Ärzten manchmal falsch beurteilt: “Sie nehmen mitunter an, dass die Symptome auf eine Demenz hindeuten.” Dabei sei etwas ein Fünftel aller Demenz-Fälle eigentlich auf Depressionen zurückzuführen. Und die haben ihren Ursprung nicht selten in einem Bore-out.

Mehr:  Generalanzeiger Bonn vom 20.8.2015

Demenzerkrankte in der Kommune: Störfaktor oder Partner?

Sind Demenzerkrankte im öffentlichen Raum ein Störfaktor? Sie werden nicht selten so empfunden, wenn wir nicht vorbereitet sind auf unerwartete Begegnung: Polizei, Feuerwehr, Bankangestellte, Postboten – allen, die in der Öffentlichkeit Hilfen für den rechten Umgang brauchen – soll geholfen werden.

Deshalb unterstützen wir eine Initiative der Deutschen Alzheimergesellschaft in Bayern, die vor kurzem ein interessantes Projekt gestartet haben.

Lesen Sie selbst:

Leben mit Demenz in der Kommune 2015