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Henning Scherf wird 80 Jahre alt

Die Stimmlage ist wohl das Einzige, was an Henning Scherf schwarz ist: Als sogenannter schwarzer Bass kommt er beim Singen in selten tiefe Tonlagen. Außerhalb der Musik bevorzugt der Sozialdemokrat und Bremer Ex-Bürgermeister dagegen die Farbe Rot, das Bunte, mitunter Schillernde, auch das Leichte, aber nicht das Seichte. “Ich bin ein fröhlicher Typ”, sagt Scherf. Am 31. Oktober ist er 80 Jahre alt geworden. (Auszug Generalanzeiger Bonn vom 31.12.2018)

Seit über 10 Jahren ist Henning Scherf der Schirmherr der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte und hat sich vor allem bei  viel beachteten Ausstellungen “Gesichter der Demenz” in Bremen und Köln engagiert. Sein Optimismus und seine Herzenswärme, sein Engagement für ein würdevolles, buntes und behütetes Leben im Alter haben auch für unsere Stiftung und die Menschen, die Hilfe brauchen, eine segensreiche Wirkung entfaltet!

Herzlichen Dank! Auf weitere gemeinsame und fruchtbare Jahre!

 

Projekte, die glücklich machen

Mit dem Verlust der Erinnerungen und dem Nachlassen der geistigen und körperlichen Fähigkeiten können dementiell Erkrankte immer weniger am sozialen Leben teilhaben. Die häufige Folge: Dunkelheit und Leere bei den Erkrankten, Hilflosigkeit und Trauer bei den Angehörigen.
Auch wenn es derzeit kaum eine Chance auf Heilung gibt, so ist es doch möglich, allen Beteiligten das Leben mit der Krankheit zu erleichtern. In drei zentralen Förderschwerpunkten unterstützen wir Projekte, die die wichtigsten Bedürfnisse dementiell erkrankter Menschen erfüllen können.

Erinnerungen wecken und den Selbstwert stärken
Unser Förderschwerpunkt “Kultur”

Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, das Gefühl, gebraucht zu werden und Abwechslung im oft tristen Alltag sind für die meisten Betroffenen die beste Medizin. In speziellen Musikkursen, mit Melodien aus ihrer Jugend, finden die Erkrankten beispielsweise den Kontakt zu ihrer eigenen Biografie weiter . Bei tanzpädagogischen Übungen lernen sie, dass noch viel mehr in ihnen steckt, als sie sich selbst zutrauen. In einer Theateraufführung von erkrankten und gesunden Laienspielern wächst das Verständnis füreinander.  Mit Spaß und Ausgelassenheit , mit Emotionen, Staunen und Neugierde bieten viele tolle Projekte aus unserer Förderliste dem Vergessen und der Traurigkeit die Stirn.

Im Schwerpunkt Kultur haben wir in letzter Zeit gefördert:
Musisches Cafe für Demenzkranke – Diakonie Düsseldorf
Musik mit Veeh-Harfen – SZ Bad Kreuznach, AWO Rheinland
Musik ohne Ängste – Osterländer Musikbund Altenburg
Tanzen gegen Demenz – Kneipp-Verein Magdeburg
Theater trifft Demenz – Andreas-Gemeinde Eschborn
Der alte König in seinem Exil – Kindertheater Wuppertal e.V.
Spielmomente – Alexianer Köln
Besuche in der Kinderoper Köln –  Förderverein Kinderoper
Offene Malgruppe Korskow Syndrom – Friedehorst Bremen
Musik in Pflegeheimen Landkreis Ludwigsburg – Best Agers e.V. Ludwigsburg

Erlebnisse fördern und Nähe ermöglichen
Unser Förderschwerpunkt “Soziales Miteinander”

Oft führt die Krankheit zu einer Überforderung im alltäglichen sozialen Miteinander. Viele Erkrankte ziehen sich deshalb zurück. Dabei ist die drohende Isolation eines der größten Übel für die Betroffenen. Mit pädagogisch begleiteten Begegnungsinitiativen, mit Ausflügen an schöne Orte und Unternehmungen von Demenzerkrankten und Kindern schaffen Projekte aus diesem Förderschwerpunkt wertvolle Erlebnisse für Menschen mit einer Demenz. Sie schenken ihnen aber nicht nur ausgelassene und beschwingte Stunden. Sie geben ihnen das Gefühl zurück, ein wichtiger und geschätzter Teil der Gemeinschaft zu sein. Außerdem fördern wir in diesem bereich die Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen für den Umgang mit Demenzerkrankten, Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen für Angehörige sowie Veröffentlichungen und Ratgeber zum Thema Demenz.

 Im Förderschwerpunkt Soziales Miteinander haben wir in letzter Zeit gefördert: Qualifizierung clowneske Interventionen – Wir bringen ein Lachen Bonn
Clownbesuche, Lachverband e.V. Freiburg
Schulung ehrenamtlicher Demenzhelfer, SEGA e.V. Sulzbach-Rosenberg
Qualifizierung Ehrenamtlicher für Wohngemeinschaften – Gemeinsam Leben mit Demenz e.V. Köln
Aufbaukurse für ehrenamtliche Migrantinnen – Innere Mission München e.V.
Besuchsdienste der Grünen Damen in Dortmund,Ludwigshafen,Leipzig und Dessau
Pflegeentlastungstage – Caritasverband Rhön-Grabfeld e.V.
Kinästhetik als Erleichterung – Rummelsberger Stift Nürnberg
Kletterprojekt – Diakonie Oberasbach

Die Sinne aktivieren und Rückzugsorte schaffen
Unser Förderschwerpunkt “Lebensräume”

Nicht selten müssen Demenzerkrankte über kurz oder lang in eine Pflegeeinrichtung einziehen. Der Betreuungsaufwand wird mit dem Fortschreiten der Krankheit so groß, dass die Angehörigen diese Arbeit zu Hause kaum noch leisten können. Doch gerade für Demenzerkrankte ist eine solche “Entwurzelung” häufig eine große zusätzliche Belastung. Orientierungslosigkeit, Rastlosigkeit und Verunsicherung sind nicht selten die Folge. Mit Projekten, die auf spezielle Ansprüche Erkrankte an ihre Umgebung eingehen, schaffen die von uns geförderten Initiativen Abhilfe. Speziell gestaltete Räume helfen den Betroffenen, sich zu entspannen und wohl zu fühlen. Gemeinschaftlich angelegte Sinnesgärten sorgen für Beschäftigung und bieten perfekte Voraussetzungen für therapeutische Arbeit.

Im Schwerpunkt Lebensräume haben wir in letzter Zeit gefördert:
Wohnformen für dementiell Erkrankten mit geistiger Behinderung –
Diakonie Michaelshoven
Gartentherapie und Teilhabe im Alltag – Diakonie Michaelshoven
Memories XL – Biografische Wohnraumgestaltung – Diakoniewerk Gallneukirchen
Wandbilder . Nicht zu Hause, aber doch daheim –  DRK KV Leipzig
Garten aktiv Pflegeheim Burjan – Caritas Görlitz
Gartenhaus Sozialzentrum Herz Jesu – Franziska-Schervier-Altenhilfe Köln

Das Leben mit Demenz erleichtern – Termin für Fördermittelanträge: 30.04.2019

Sie möchten eine Förderung für Ihr Projekt beantragen?

Die Deutsche Stiftung für Demenzerkrankte fördert ausschließlich Projekte im Rahmen der von ihr definierten Ziele. Wenn Sie sich mit einer Förderanfrage an die Stiftung wenden möchten, prüfen Sie bitte vorab, ob Ihr Vorhaben unseren Vergaberichtlinien entspricht. Bitte beachten Sie insbesondere, dass wir nur gemeinnützige Organisationen fördern können (siehe Satzung)

Alle gemeinnützigen Initiativen und Organisationen können bis 30.04.2019 einen Antrag auf Projektförderung durch die Deutsche Stiftung für Demenzerkrankte stellen. Und das sind die Voraussetzungen:

Zielgruppe: Demenzerkrankte und deren Angehörige, Mitarbeitende( vor allem Ehrenamtliche)

Inhaltlicher Schwerpunkt: Das Leben mit Demenz erleichtern
Insbesondere: Musik, Sport und Bewegung, Humor, Künstlerisches Gestalten, Theater, Visiten mit Tieren, Sinnesgärten, Orientierungshilfen, Training für ehrenamtliche Demenzhelferinnen und -helfer

Was wir von Ihnen brauchen

Projektbeschreibung (2 Seiten) – nur geplante Projekte werden gefördert, deshalb Maßnahmenbeginn ab 1.9.2019

Finanzierungsplan

Laden Sie hier die Förderrichtlinien, die Satzung und das Antragsformular herunter.

Vergaberichtlinien vom 22.7.2015
Satzung 2017

Antrag auf Zuteilung Fördermittel 2019
Antrag auf Zuteilung Fördermittel ausfüllbar 2019

Wenn Sie einen Förderbescheid erhalten haben, schicken Sie uns den Mittelabruf.

Mittelabruf

Wenn Sie Ihr Projekt abgeschlossen und abgerechnet haben, leiten Sie uns den Verwendungsnachweis zu.

Einfacher Verwendungsnachweis

Der Demenz-Knigge – ein praktischer Ratgeber

Auffällig sticht auf dem unübersichtlichen Büchermarkt zum Thema Demenz ein Neuerscheinung hervor: Der Demenz-Knigge von Markus Proske. Knigge deshalb, weil er Tipps für einen angemessenen Umgang geben will, der der Persönlichkeit der Erkrankten entspricht. Und darum geht es:

  1. Richtig  kommunizieren, wenn erste Anzeichen von Demenz die Angehörigen beunruhigen
  2. Zum Essen und Trinken animieren können
  3. Ungewöhnliche Verhaltensweisen verstehen lernen
  4. Bei Halluzinationen und Wahnvorstellungen nicht die Ruhe verlieren
  5. Trotz Sprachverlust andere Kommunikationswege finden
  6. In Notsituationen bestehen
  7. Mobilität, Sich Kleiden, Umgang mit ungewöhnlichen Wünschen
  8. Körperpflege und Toilette

Die Kapitel gliedern sich in
Situationbeschreibung
Der Demenz-Knigge-Tipp
Wie Sie am besten reagieren können
Hintergrundwissen

Unser Urteil:

Leicht zu lesen, jede Menge Tipps ohne Besserwisserei, sehr empfehlenswert für den täglichen Umgang mit Demenzerkrankten

Dr. Karl Heinz Bierlein

 

 

 

 

Informationen über die Datenschutzerklärung

Es gelten europaweit die Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Wir möchten Sie über die durch unsere Stiftung durchgeführte Verarbeitung personenbezogener Daten nach Maßgabe dieser Verordnung (vergleiche Artikel 13 und 14 DSGVO) informieren. Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen zu dieser Datenschutzerklärung haben, können Sie diese jederzeit richten an: khb@demenzstiftung.de

Hier der Wortlaut der Erklärung:

20180522 Datenschutzerklärung

ARD-Tatort: Im toten Winkel – ein erschütternd-realistisches Szenarium

Das ist wohl einer der traurigsten Morde in einer “Tatort”-Geschichte, schreibt t-online.de nach der gestrigen Ausstrahlung des ARD Tatorts “im toten Winkel”: Ein alter Mann bringt seine demenzerkrankte Frau um. Er steckt ihr danach ein Blumensträußchen in die Hände, beginnt einen Selbstmord mit Tabletten. Doch er wird gerettet. Bitter sagt er, wie es soweit kam: Wenn man das Leben sich nicht mehr leisten kann und es nichts gibt am Horizont, auf das man sich freuen kann.

Ein realistisches Bild von Verzweiflung und Gewalt im Alltag von Angehörigen, die ihre demenzerkrankten Ehepartner, Väter und Mütter 24 Stunden aufopferungsvoll rund um die Uhr pflegen. Neben der finanziellen Verarmung liegt die Ursache für die Verzweiflung vor allem im Verlust von sozialen Kontakten.

Der Faktencheck nach der Sendung ergibt zwar keinen Aufschluss, wie häufig solche Verzweiflungstaten vorkommen, aber es stimmt, dass ca. 70% der Pflegepatienten in der häuslichen Umgebung versorgt werden und viele Angehörigen hoffnungslos überfordert sind und sich alleingelassen fühlen. Hinzukommt, dass die Qualitätskontrolle von ambulanten Betreuungsdiensten im Gegensatz zu der Aufsicht von stationären Pflegeeinrichtungen vielfach nicht ausreichend ist.

Neben der Forderung nach einer wirksameren Kontrolle ist es genauso wichtig, Initiativen zu stärken, die zur Entlastung von pflegenden Angehörigen beitragen, um eine Dauer-Inanspruchnahme zu unterbrechen. Unsere Stiftung fördert auch in diesem Jahr wieder Projekte, die einen Beitrag dazu leisten: zum Beispiel haben wir den Aufbau von Pflegeentlastungstagen in der Sozialstation St.Peter in Bad Königshofen  gefördert oder die ehrenamtlichen Besuchsdienste der Grünen Damen  und Herren in Ludwigshafen, Leipzig, Dessau und Dortmund, die auf vielfältige Weise Hilfe bringen und Lebensfreude trotz der belastenden Krankheit wecken können.

Dr. Karl Heinz Bierlein

Der Tag ist eine Wundertüte – die Tochter von Rudi Assauer erzählt

In der Sendung Nachtcafe schildert die Tochter des demenzerkrankten Schalke-Idols Rudi Assauer das Zusammenleben mit Ihrem Vater seit 13 Jahren. Ängste und Hoffnungen im Alltag kommen genauso zur Sprache wie der Kampf am Anfang der Erkrankung . “Meine Birne funktioniert nicht mehr, aber ich bin der erste, der es trotzdem schafft.” Frau Bettina Michel erzählt auch von den Veränderungen im Wesen ihres Vaters, dass auch das Weiche und das Verletzliche an die Oberfläche kommt, im Gegensatz zu dem Macho-Image aus früheren Jahren.

Sehen Sie das gesamte Interview in der SWR-Mediathek: Nachtcafe vom 23.2.2018

“Wir beschimpfen die Person und meinen die Krankheit …”

Das Kinder- und Jugendtheater Wuppertal blickt auf eine überwältigende und anrührende Premiere des Ein-Personen-Stücks nach Arno Geiger “Der alte König in seinem Exil” zurück. 70 Minuten hält der Schauspieler Dieter Marenz sein Publikum in Atem. Er lässt als Sohn des dementen Vaters seine Zuschauer teilhaben an dessen Krankheitsverlauf und der eigenen Entwicklung.  Aber auch heitere Momente mit pfiffigen Antworten des Kranken in oft surrealen Momenten bleiben nicht aus, z.B. wenn der Kranke dem Nachrichtensprecher einen Keks anbietet.

Das Stück und der Schauspieler vermitteln  ein zutiefst ehrliches, aber auch respektvolles Bild von einem Demenzerkrankten und seiner Familie.

Die nächste Aufführung findet am 27. April um 19 Uhr in der Färberei Wuppertal statt.

Wenn Sie eine Sondervorstellung anlässlich eines Fachtags oder eines Kongresses wünschen, fragen Sie direkt nach unter:    http://www.kinder-jugendtheater.de

Hier eine Presseartikel:  Der alte König in seinem Exil

Bilder von der Premiere

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Schlüssel zu neuer Demenztherapie

Rund 200 000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Alzheimer. Eine wirksame Therapie gibt es bislang nicht. Bonner Forscher des Universitätsklinikums und des Deutschen Zentrums für Degenerative Erkrankungen (DZNE) haben jetzt ein weiteres Teil ins Erkenntnispuzzle gesetzt: Sie fanden heraus, dass auch Entzündungsprozesse im Gehirn zum Mechanismus der Krankheit gehören.

Lesen Sie mehr:

Schlüssel zu neuer Demenztherapie – Generalanzeiger Bonn vom 28.12.2017

Unser Fachbeiratsmitglied, Herr Dr. Dan Ehninger, Forschungsleiter im DZNE, wird im Januar 2018 in einem Interview die Hintergründe zu dem Forschungsvorhaben erläutern.

Der alte König in seinem Exil – Premiere in der City-Kirche Wuppertal

Eine wunderbare, tief berührende und zugleich komische Geschichte von Arno Geiger bringt das Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater auf die Bühne.

Premiere ist am Freitag, 24.November 2017 um 19 Uhr in der Citykirche Wuppertal.

Unsere Stiftung hat dieses außergewöhnliche Projekt unterstützt .

ZDF Aspekte schreibt: “Arno Geiger hat ein helles Buch geschrieben, voller Zuneigung und Liebe. Es ist von hoher literarischer Qualität. Vor allem aber lernt man viel über den Umgang mit der Krankheit.”

Hier der Auszug aus dem Theaterspielplan: Der alte König in seinem Exil .