Alle Beiträge von Dr. Karl Heinz Bierlein

25 mal Freude schenken

Deutsche Stiftung für Demenzerkrankte fördert bundesweit 25 Projekte

Rechtzeitig vor der Sommerpause hat unsere Stiftung Fördermittel für
25 Projekte in Deutschland zum Projektstart im September an freigemeinnützige und bürgerschaftliche Träger zur Verfügung gestellt.

  • Brücken schlagen mit Musik – ein musikalisches Angebot für Kinder und Senioren in Weimar
  • Drei Musikprojekte in Köln
  • MAKS – ein motorisch, alltagspraktisches, kognitives Aktivierungsprogramm und Spiritualität für Menschen mit Demenz in der Region Göppingen
  • Musikangebot mit Veehharfen in Bad Kreuznach
  • Märchen erzählen für Demenzerkrankte in Nephten
  • Musikalisches Picknick im Altenburger Land
  • Qualifizierungskurse für freiwillig Helfende im Häuslichen Unterstützungsdienst in Köln
  • Fortbildung Mimikresonanz in Recklinghausen
  • DemenzPoesie – Poesie verbindet in Würzburg
  • “4 Pfoten für Sie” – Hundebesuchsdienst für Menschen mit Demenz in Köln
  • Atelier für Demenzerkrankte im Bürgerhafen Greifswald
  • Tiergestützte Intervention und therapeutisches Malen in Hannover
  • Gedächtnisspuren – Kunst und Demenz in Hofgeismar
  • Sinnesgarten in Witzenhausen
  • Fortbildung Zick für Dich in Köln
  • Aufbau eines Chor und Veehharfenorchesters in Recklinghausen
  • weitere Projekte in Bonn und Köln

Wenn Sie etwas mehr über einzelne Projekte erfahren wollen, schreiben Sie uns!

Wenn Opa oder Oma merkwürdig werden …. Neuauflage “Demenz – vogelfreie Menschenleere”

die Broschüre “Demenz – Vogelfreie Menschenleere” von Barbara Hench ist auf Grund starker Nachfrage soeben in zweiter Auflage erschienen. Sie richtet sich vor allem an junge Menschen, die mit Demenz in der Familie konfrontiert werden. Hier könnt ihr miterleben, wie eine Enkelin versucht die fremde Welt ihrer dementiell erkrankten Großmutter zu verstehen. Der Band enthält packende literarische Beispiele und grafische Gestaltungen.

Sie können die Schrift unter Angabe Ihrer Anschrift bestellen unter:

khb@demenzstiftung.de

Herunterladen können sie die Broschüre unter Downloads.

Die Vergessenen – Was Sie schon immer über Demenzerkrankte wissen wollten …

Der Moment, an dem es so nicht mehr weitergehen konnte, hat sich oft für Angehörige und Betroffene in Herz und Sinne eingebrannt. “Er wollte einen Geschirrspültab runterschlucken” oder “Sie hat sämtliche Einkäufe über den heißen Herdplatten ausgebreitet.” Schlagartig scheint es vorbei mit der Autonomie. Wer kann helfen? Was geht in dem veränderten Menschen vor? Was sollen Angehörige tun? Kann eine Roboterrobbe das Wohlbefinden steigern? Was meinen Wissenschaftler zu all diesen Fragen?

Hören Sie das künstlerische Feature DIE VERGESSENEN (Buch und Regie: Julian Gerhard)! Hier finden Sie Antworten ( siehe Service und Downloads).

 

Schmerz – bei Menschen mit Demenz

dementiell erkrankte Menschen können Schmerzen oft nicht einem Organ oder einer Krankheit zuordnen. Sie können sich nicht äußern, wo und wann und in welcher Intensität etwas wehtut. Auch ein Bezug zwischen Schmerzen und Aggression ist festgestellt worden. Bisher wurden in der Schmerzforschung dementielle Erkrankungen kaum berücksichtigt. Umso erfreulicher ist es, dass in diesen Tagen an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg eine Forschungsprojekt “Schmerz und Alltagspraxis bei Menschen mit Demenz” für die Dauer von 3 Jahren auf den Weg gebracht worden ist.

Lesen Sie mehr:
Schmerz und Alltagspraxis bei Menschen mit Demenz 7.2.2019
(Auszug aus Zeitschrift Altenpflege, Vincentz-Verlag, 2019/1

5 Warnsignale bei Alzheimer

Kann man eine beginnende Alzheimer-Erkrankung erkennen? Bei folgenden Symptomen sollte besser der Arzt konsultiert werden. Je eher die Diagnose erfolgt, desto besser die Behandlungschance!

  • Sprachprobleme: Die Demenzerkrankten sind häufig sehr schwer zu verstehen. Im Gespräch verlieren sie häufig den Faden. Oft fallen ihnen auch  einfache Worte nicht ein, die sie dann durch unpassende Füllwörter ersetzen.
  • Orientierungsprobleme: In der Fremde fällt es Alzheimerkranken schwer, sich Orientierungspunkte zu merken. Viele haben sogar Probleme in der eigenen Straße nach Hause zu finden. Oft wissen sie nicht, welcher Wochentag gerade ist.
  • Veränderte Persönlichkeit: Viele Betroffene sind oftmals leicht reizbar, streitsüchtig oder misstrauisch. Stimmungsschwankungen folgen, die besonders dann auftreten, wenn der Betroffene ahnt, dass er erkrankt ist.
  • Eingeschränkt urteilsfähig: Fällt eine Person dadurch auf, dass sie selbst im Winter leichte Sommerkleidung trägt oder im Bademantel im Supermarkt herumläuft? Dann könnte eine Alzheimer-Demenz dafür verantwortlich sein.
  • Vergesslichkeit: Namen, Geburtstage oder Termine entfallen Betroffenen immer häufiger. Ihre Schlüssel legen sie an ungewöhnliche Orte …

 

Projekte, die glücklich machen

Mit dem Verlust der Erinnerungen und dem Nachlassen der geistigen und körperlichen Fähigkeiten können dementiell Erkrankte immer weniger am sozialen Leben teilhaben. Die häufige Folge: Dunkelheit und Leere bei den Erkrankten, Hilflosigkeit und Trauer bei den Angehörigen.
Auch wenn es derzeit kaum eine Chance auf Heilung gibt, so ist es doch möglich, allen Beteiligten das Leben mit der Krankheit zu erleichtern. In drei zentralen Förderschwerpunkten unterstützen wir Projekte, die die wichtigsten Bedürfnisse dementiell erkrankter Menschen erfüllen können.

Erinnerungen wecken und den Selbstwert stärken
Unser Förderschwerpunkt “Kultur”

Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, das Gefühl, gebraucht zu werden und Abwechslung im oft tristen Alltag sind für die meisten Betroffenen die beste Medizin. In speziellen Musikkursen, mit Melodien aus ihrer Jugend, finden die Erkrankten beispielsweise den Kontakt zu ihrer eigenen Biografie weiter . Bei tanzpädagogischen Übungen lernen sie, dass noch viel mehr in ihnen steckt, als sie sich selbst zutrauen. In einer Theateraufführung von erkrankten und gesunden Laienspielern wächst das Verständnis füreinander.  Mit Spaß und Ausgelassenheit , mit Emotionen, Staunen und Neugierde bieten viele tolle Projekte aus unserer Förderliste dem Vergessen und der Traurigkeit die Stirn.

Im Schwerpunkt Kultur haben wir in letzter Zeit folgende gemeinnützige Projekte gefördert:
Musisches Cafe für Demenzkranke – Diakonie Düsseldorf
Musik mit Veeh-Harfen – SZ Bad Kreuznach, AWO Rheinland
Musik ohne Ängste – Osterländer Musikbund Altenburg
Tanzen gegen Demenz – Kneipp-Verein Magdeburg
Theater trifft Demenz – Andreas-Gemeinde Eschborn
Der alte König in seinem Exil – Kindertheater Wuppertal e.V.
Spielmomente – Alexianer Köln
Besuche in der Kinderoper Köln –  Förderverein Kinderoper
Offene Malgruppe Korskow Syndrom – Friedehorst Bremen
Musik in Pflegeheimen Landkreis Ludwigsburg – Best Agers e.V. Ludwigsburg, Pro Seniore Bad Kreuznach, Barnes Crossing e.V. Köln, Fotoraum Köln e.V., Diakoniestation Recklinghausen, Dia.Leben Michaelshoven, Diakonie Sozialdienst Thüringen in Weimar
Demenz Atelier – Kunst des Erinnerns – Pommerscher Diakonieverein in Greifswald
Gedächtnisspuren – Kunst und Demenz in Hofgeismar

Erlebnisse fördern und Nähe ermöglichen
Unser Förderschwerpunkt “Soziales Miteinander”

Oft führt die Krankheit zu einer Überforderung im alltäglichen sozialen Miteinander. Viele Erkrankte ziehen sich deshalb zurück. Dabei ist die drohende Isolation eines der größten Übel für die Betroffenen. Mit pädagogisch begleiteten Begegnungsinitiativen, mit Ausflügen an schöne Orte und Unternehmungen von Demenzerkrankten und Kindern schaffen Projekte aus diesem Förderschwerpunkt wertvolle Erlebnisse für Menschen mit einer Demenz. Sie schenken ihnen aber nicht nur ausgelassene und beschwingte Stunden. Sie geben ihnen das Gefühl zurück, ein wichtiger und geschätzter Teil der Gemeinschaft zu sein. Außerdem fördern wir in diesem bereich die Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen für den Umgang mit Demenzerkrankten, Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen für Angehörige sowie Veröffentlichungen und Ratgeber zum Thema Demenz.

 Im Förderschwerpunkt Soziales Miteinander haben wir in letzter Zeit gefördert:
Qualifizierung clowneske Interventionen – Wir bringen ein Lachen Bonn
Clownbesuche, Lachverband e.V. Freiburg
Schulung ehrenamtlicher Demenzhelfer, SEGA e.V. Sulzbach-Rosenberg
Qualifizierung Ehrenamtlicher für Wohngemeinschaften – Gemeinsam Leben mit Demenz e.V. Köln
Aufbaukurse für ehrenamtliche Migrantinnen – Innere Mission München e.V.
Besuchsdienste der Grünen Damen in Dortmund,Ludwigshafen,Leipzig und Dessau
Pflegeentlastungstage – Caritasverband Rhön-Grabfeld e.V.
Kinästhetik als Erleichterung – Rummelsberger Stift Nürnberg
Kletterprojekt – Diakonie Oberasbach
Demenzpoesie –  Caritas Würzburg
Fortbildung für Ehrenamtliche bei Caritas Köln
Tiergestützte Kommunikation  bei Alexianer Köln und Johanniter Unfallhilfe in Hannover
Märchenerzähler für Demenzkranke in Köln und Solingen
Ethikcafe für Angehörige in Wolfratshausen (Alzheimer-Gesellschaft)

Die Sinne aktivieren und Rückzugsorte schaffen
Unser Förderschwerpunkt “Lebensräume”

Nicht selten müssen Demenzerkrankte über kurz oder lang in eine Pflegeeinrichtung einziehen. Der Betreuungsaufwand wird mit dem Fortschreiten der Krankheit so groß, dass die Angehörigen diese Arbeit zu Hause kaum noch leisten können. Doch gerade für Demenzerkrankte ist eine solche “Entwurzelung” häufig eine große zusätzliche Belastung. Orientierungslosigkeit, Rastlosigkeit und Verunsicherung sind nicht selten die Folge. Mit Projekten, die auf spezielle Ansprüche Erkrankte an ihre Umgebung eingehen, schaffen die von uns geförderten Initiativen Abhilfe. Speziell gestaltete Räume helfen den Betroffenen, sich zu entspannen und wohl zu fühlen. Gemeinschaftlich angelegte Sinnesgärten sorgen für Beschäftigung und bieten perfekte Voraussetzungen für therapeutische Arbeit.

Im Schwerpunkt Lebensräume haben wir in letzter Zeit gefördert:
Wohnformen für dementiell Erkrankten mit geistiger Behinderung –
Diakonie Michaelshoven
Gartentherapie und Teilhabe im Alltag – Diakonie Michaelshoven
Memories XL – Biografische Wohnraumgestaltung – Diakoniewerk Gallneukirchen
Wandbilder . Nicht zu Hause, aber doch daheim –  DRK KV Leipzig
Garten aktiv Pflegeheim Burjan – Caritas Görlitz
Gartenhaus Sozialzentrum Herz Jesu – Franziska-Schervier-Altenhilfe Köln
Sinnesgarten in Witzenhausen (Wie Gewohnt gGmbH)

Das Leben mit Demenz erleichtern – Termin für Fördermittelanträge: 31.10.2019

Sie möchten eine Förderung für Ihr Projekt beantragen?

Die Deutsche Stiftung für Demenzerkrankte fördert ausschließlich Projekte im Rahmen der von ihr definierten Ziele. Wenn Sie sich mit einer Förderanfrage an die Stiftung wenden möchten, prüfen Sie bitte vorab, ob Ihr Vorhaben unseren Vergaberichtlinien entspricht. Bitte beachten Sie insbesondere, dass wir nur gemeinnützige Organisationen fördern können (siehe Satzung).

Alle gemeinnützigen Initiativen und Organisationen können bis 31.10.2019 einen Antrag auf Projektförderung durch die Deutsche Stiftung für Demenzerkrankte stellen. Und das sind die Voraussetzungen:

Zielgruppe: Demenzerkrankte und deren Angehörige, Mitarbeitende( vor allem Ehrenamtliche)

Inhaltlicher Schwerpunkt: Das Leben mit Demenz erleichtern
Insbesondere: Musik, Sport und Bewegung, Humor, Künstlerisches Gestalten, Theater, Visiten mit Tieren, Sinnesgärten, Orientierungshilfen, Training für ehrenamtliche Demenzhelferinnen und -helfer

Was wir von Ihnen brauchen

Projektbeschreibung (2 Seiten) – nur geplante Projekte werden gefördert, deshalb Maßnahmenbeginn ab 1.1.2020

Finanzierungsplan

Laden Sie hier die Förderrichtlinien, die Satzung und das Antragsformular herunter.

Vergaberichtlinien vom 22.7.2015
Satzung 2017

Antrag auf Zuteilung Fördermittel 2019
Antrag auf Zuteilung Fördermittel ausfüllbar 2019

Wenn Sie einen Förderbescheid erhalten haben, schicken Sie uns den Mittelabruf.

Mittelabruf

Wenn Sie Ihr Projekt abgeschlossen und abgerechnet haben, leiten Sie uns den Verwendungsnachweis zu.

Einfacher Verwendungsnachweis

Bitte vergessen Sie nicht, bei Präsentation oder Eröffnung Ihres Projekts auf die Förderung durch die Deutsche Stiftung für Demenzerkrankte hinzuweisen. Sie können Flyer der Stiftung bei uns anfordern.

Der Demenz-Knigge – ein praktischer Ratgeber

Auffällig sticht auf dem unübersichtlichen Büchermarkt zum Thema Demenz ein Neuerscheinung hervor: Der Demenz-Knigge von Markus Proske. Knigge deshalb, weil er Tipps für einen angemessenen Umgang geben will, der der Persönlichkeit der Erkrankten entspricht. Und darum geht es:

  1. Richtig  kommunizieren, wenn erste Anzeichen von Demenz die Angehörigen beunruhigen
  2. Zum Essen und Trinken animieren können
  3. Ungewöhnliche Verhaltensweisen verstehen lernen
  4. Bei Halluzinationen und Wahnvorstellungen nicht die Ruhe verlieren
  5. Trotz Sprachverlust andere Kommunikationswege finden
  6. In Notsituationen bestehen
  7. Mobilität, Sich Kleiden, Umgang mit ungewöhnlichen Wünschen
  8. Körperpflege und Toilette

Die Kapitel gliedern sich in
Situationbeschreibung
Der Demenz-Knigge-Tipp
Wie Sie am besten reagieren können
Hintergrundwissen

Unser Urteil:

Leicht zu lesen, jede Menge Tipps ohne Besserwisserei, sehr empfehlenswert für den täglichen Umgang mit Demenzerkrankten

Dr. Karl Heinz Bierlein