Alle Beiträge von Dr. Karl Heinz Bierlein

Kommunikation fördern – DSD-Wettbewerb für Besuchsdienste der Grünen Damen und Herren

Berlin – 18.9.2017

Anlässlich eines Festakts zum 100.Geburtstag von Brigitte Schröder, Initiatorin der Grünen Damen und Herren, wurden vier Preise an Besuchsdienste durch Staatssekretär Lutz Stroppe und Vorstand Dr. Karl Heinz Bierlein verliehen. Der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis ging an die Grünen Damen und Herren am Fritz-Heuner-Heim in Dortmund.
29 Frauen und vier Herren der Ökumenischen Krankenhaus-Hilfe am St.Marien- und St.Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen erhielten den zweiten Preis in Höhe von 2.000 Euro. Zwei dritte Preise mit jeweils 1.000 Euro gingen an die Grünen Damen und Herren  der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau und  des Helios Park Klinikum Leipzig.

Dr. Bierlein in seiner Laudatio: “Die Kommunikation mit Demenzerkrankten zu fördern ist ein zentrales Anliegen unserer Stiftung. Denn Demenzerkrankte sind in besonderem Maße verletzlich in körperlicher, seelischer und sozialer Hinsicht. Falsche, manchmal gut gemeinte Kommunikation vergrößert nicht selten das Leiden der Erkrankten an ihrer Lebenssituation. Wir sind glücklich, dass in den Besuchsdiensten der Grünen Damen und Herren dieser Herausforderung aktiv und phantasievoll begegnet. Die Preisträger zeichnen sich in herausragender Weise durch ein Teilhabe schaffendes, professionell-reflektierendes und an der Menschlichkeit orientiertes Kommunizieren aus.

Lesen Sie mehr zu den Preisträger 2017 Kommunikation fördern  

Hier finden Sie eine umfassende Berichterstattung mit Bildern und Interviews: https://magazin-forum.de/de/node/6566#article

Foto:  Staatssekretär im BMG Lutz Stroppe, Ulrike Haßelbeck, Irene Seiler,
Vorstand Dr. Karl Heinz Bierlein,
Fotonachweis: eKH/G.Stamelos

Fotogalerie

1. Preis fuer “Bestpractice Modelle Kommunikation mit Demenzerkrankten in Besuchsdiensten” geht an das Fritz Heuner Heim in Dortmund – Preistraeger Jens Schneider mit Staatssekretaer Lutz Stroppe (l.) und Stiftungsvorstand Dr. Karl-Heinz Bierlein – Copyright: Michael Brunner 18.09.17
3. Preis Theresia Koppe und Edith Brake aus Dessau – Copyright: Michael Brunner 18.09.17
2. Preis Irene Seiler aus Ludwigshafen mit Staatssekretaer Lutz Stroppe (l.) und Stiftungsvorstand Dr. Karl-Heinz Bierlein – Copyright: Michael Brunner 18.09.17
3.Preistraeger vl. Sonja Deubel, Benjamin Pfeifer, Christiane Kuehn, Anett Schlesinger, Nadine Weizenmann, Lysann Kasprick und Ingrid Neubert mit Staatssekretaer Lutz Stroppe (l.) und Stiftungsvorstand Dr. Karl-Heinz Bierlein – Copyright: Michael Brunner 18.09.17

Kampf gegen das Vergessen – Deutsches Demenzzentrum in Bonn eingeweiht

In Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am 15. März 2017 das Deutsche Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Bonner Venusberg eingeweiht.  Rund 1000 Mitarbeitende widmen sich in Bonn und  an weiteren 8 Standorten moderner Grundlagenforschung, klinischer Forschung, Gesundheitsanalysen und der Pflegeforschung. Man hofft entscheidende Schritte vor allem in der Suche nach wirksamen Medikamenten voranzukommen. “Eines unserer Hauptprobleme besteht darin, dass wir die Krankheit erst bemerken, wenn es zu spät ist.”, sagte der Leiter des DZNE Pierluigi Nicotera. In den kommenden 30 Jahren sollen bis zu 30 000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rheinland regelmäßig untersucht werden.

Unser Fachbeiratsmitglied, Privatdozent Dr. Dan Ehninger, Research Group Leader, Molecular and Cellular Cognition Lab, berichtet, dass der Besuch der Bundeskanzlerin und auch der NRW-Wissenschaftsministerin ein großer Erfolg war  und sehr viel Resonanz erzeugt hat.

Eine Fülle von Informationen zum Ereignis können Sie unter folgendem Link einsehen: https://www.dzne.de/ueber-uns/presse/meldungen/2017/pressemitteilung-nr-4.html.

 

Gesichter voll Leid – und Würde

wer die Bilder des niederländischen Malers Hermann van Hoogdalem betrachtet, wird angerührt durch die Gesichter der Demenzerkrankten, von ihrem Leiden, von der Leere, der Loslösung vom Irdischen, aber auch von der Freude, der Zuversicht und der Hoffnung.

Gestern ging eine einzigartige Ausstellung im Domforum Köln zu Ende, in der viele Hunderte von Besucherinnen und Besuchern die Bilder betrachten konnten. Dr. Karl Heinz Bierlein, Vorstand der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte, zog ein positives Resümee: “Die Bilder haben viele Menschen erreicht. Kinder, die mit ihren Großeltern auf eine Domführung warteten, Touristen aus Reisegruppen, Passanten, die vor dem Regen im Domforum Schutz suchten, aber auch Angehörige von Betroffenen, Mitarbeitende in der Pflege ebenso wie Kunststudenten. Wir konnten mit Unterstützung des DomForum und diakonischer Träger Ratsuchende beraten und seelsorgerlich begleiten.img_0007

Die Medien haben umfassend berichtet, lesen Sie dazu den Artikel “Gesichter voll Leid – und Würde” von Uta Kristina Maul von der Kölner Rundschau vom 21.10.2016: http://www.rundschau-online.de/region/koeln/demenz-gesichter-voll-leid—und-wuerde-24949898

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Der Schirmherr der Stiftung, Dr. Henning Scherf hielt einen packenden Vortrag zu dem Thema “Lebensqualität trotz Demenz”.

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Wie kann man eine beginnende Demenzerkrankung erkennen und aufhalten?

Vortrag von Dr. Karl Heinz Bierlein  in Bad Godesberg

Wenn ein geliebter Mensch an Demenz erkrankt, empfinden Angehörigen und Freunde des Betroffenen dies wie einen unerbittlicher Schicksalsschlag. Doch was kann man wissen und tun, um eine drohende Erkrankung zu erkennen und ihr entgegen zu treten?

Der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung für Demenzerkrankte zeigt  die Anzeichen einer beginnenden Erkrankung, die Differenzierung der Krankheitsbilder, die Risikofaktoren und präventive Verhaltensweisen verbunden mit praktischen Ratschlägen.

Demenz-Prävention Vortrag Bonn 2013 sw

Falsche Demenzdiagnosen

Langeweile kann krank machen. Ursula Lehr, emeritierte Professorin und ehemalige Direktorin des Instituts für Gerontologie in Heidelberg, warnte vor kurzem in einem Vortrag vor dem “Bore-out-Syndrom”, einer gefährlichen Unterforderung im Alter:

Wenn durch das Ende des Berufslebens oder durch das Wegsterben eines Partners die Grundstrukturen des Lebens ins Wanken geraten, droht ein Gefühl der Leere zu entstehen. “Aktivitäten, Ehrenamt, das Erlernen einer neuen Sprache, Senior-Experts mit Einsätzen im In- und Ausland und vieles mehr – das empfiehlt Frau Professorin Lehr, um dieser Leere zu entkommen.

Das “Bore-out-Syndrom” werde von Ärzten manchmal falsch beurteilt: “Sie nehmen mitunter an, dass die Symptome auf eine Demenz hindeuten.” Dabei sei etwas ein Fünftel aller Demenz-Fälle eigentlich auf Depressionen zurückzuführen. Und die haben ihren Ursprung nicht selten in einem Bore-out.

Mehr:  Generalanzeiger Bonn vom 20.8.2015

Demenzerkrankte in der Kommune: Störfaktor oder Partner?

Sind Demenzerkrankte im öffentlichen Raum ein Störfaktor? Sie werden nicht selten so empfunden, wenn wir nicht vorbereitet sind auf unerwartete Begegnung: Polizei, Feuerwehr, Bankangestellte, Postboten – allen, die in der Öffentlichkeit Hilfen für den rechten Umgang brauchen – soll geholfen werden.

Deshalb unterstützen wir eine Initiative der Deutschen Alzheimergesellschaft in Bayern, die vor kurzem ein interessantes Projekt gestartet haben.

Lesen Sie selbst:

Leben mit Demenz in der Kommune 2015

Machen Klinik-Clowns wirklich gesund?

Unsere Stiftung fördert zahlreiche Initiativen für Klinikclowns, die demenzerkrankte Menschen regelmäßig besuchen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald und der Humboldt-Universität Berlin wollen jetzt der Frage nachgehen, ob und wie die Clowns Wohlbefinden und Heilungserfolg von Kindern beeinflussen.

Lesen Sie dazu mehr unter: Machen Klinik-Clowns wirklich gesund? (Beitrag NDR vom 16.7.2015)

Wir sind gespannt, ob sich die Ergebnisse auf den Einsatz von Klinikclowns bei Menschen mit Demenz übertragen lassen …

Humor heilt Wunden

Der Eingangsbereich einer Pflegeeinrichtung gleicht häufig einer Art Dauer-Wartesaal. die älteren Menschen sitzen und beobachten die Kommenden und Gehenden.

Heute kommen zwei Clowns vom Verein der Kölner Klinikclowns durch die Türe im Katharina-von-Bora-Haus in Köln und – statt wie andere vorbeizueilen – setzen sie sich zu einer kleinen Gruppe von Bewohnerinnen, die in Rollstühlen und auf einer Chippendale-Couch Platz genommen haben. Gitarre und Kastagnetten werden hervorgeholt und nach kurzer Einstimmung ertönen rhythmische Klänge im Flur: “Kastagnetten und Kastanien, die gehören doch nach Spanien, doch wenn wir uns heimlich küssen, sollst du es noch einmal wissen: Kastagnetten und Kastanien, die gehören doch nach Spanien …” Humor heilt Wunden weiterlesen